
1 | Samstag, 17. Januar 2026
Nach einer ersten, kurzen Nacht in Mumbai und einem Frühstück mit allerlei indischen Köstlichkeiten (es gibt zusätzlich auch Kaffee black and white, Toastbrot, Marmelade, Honig, Bircher Müsli und Fruchtjoghurt, Wurst und Käse) treffen wir uns mittags mit Aashay und Familie und Pranay, dem treuen Freund und WG-Mitbewohner in Luxembourg, zum Shopping-Abenteuer bei 31 Grad. Sonne und blauer Himmel satt.
Die erste Fahrt durch Mumbai zu einem modernen Einkaufscenter macht uns vertraut mit dem Großstadtverkehr: Autos, Tuk-Tuks, geschäftige Fußgänger und unzählige Motorroller (auf denen manchmal bis zu vier Personen eng beieinander Platz finden oder von einem Mitfahrer auf dem Rücksitz ein Flachbildschirm transportiert wird) teilen sich die Straße. Dann der ungewohnte Linksverkehr. Das wilde und laute Hupen wird für uns in den nächsten zwei Wochen zur vertrauten Melodie der Stadt.
Am Rand der Straße sehen wir auch das: Obdachlose und bettelnde Kinder, heilige Kühe und schlafende Hunde. In Mumbai leben mehr als 20 Millionen Menschen. Und das Leben scheint sich hier auf der Straße abzuspielen. Überall stehen Menschen zusammen, bieten ihre Waren an, diskutieren miteinander – und einige winken uns Fremden mit einem Lächeln zu. Wir sind willkommen.
Im Einkaufscenter teilen wir uns in zwei Gruppen auf: die Frauen ziehen in die eine Richtung weiter, wir Männer in die andere. Wir gehen zuerst in ein Geschäft mit traditioneller indischer Kleidung: Das richtige Hochzeitsoutfit finden. Wildes Anprobieren, die richtigen Farben wählen, die passenden Schuhe dazu, entscheiden. Oder doch noch einmal etwas anderes anziehen? Einige sind mit ihrer Auswahl schnell fertig, andere brauchen etwas länger. Es ist schon ein erstes kleines Abenteuer. Wir lachen viel, bestaunen unsere Verwandlungen und geben uns gegenseitig Tipps, was denn nun am besten zu uns passt. Glücklich verlassen wir nach und nach den Shop mit unseren Papiertüten, schon ganz aufgeregt, ob wir denn bei der Hochzeit auch wirklich eine gute Figur machen.
Nach dem Shopping treffen wir uns alle in einer Bar im Einkaufscenter wieder und stärken uns mit erfrischenden Getränken, die uns dekorativ in großen Zinkschalen gebracht werden – und essen neugierig Indian Pizza, very spicy. Aber sehr, sehr lecker. Wir sind uns gemeinsam einig: Nicht nur Italien kann Pizza.
Unser Gastgeber freut sich, dass dieser Tag ein gelungener Auftakt für die indisch-deutsche Hochzeitsfeier geworden ist. Wir fühlen uns schließlich wie eine Familie.
Es gibt an diesem Nachmittag viel zu erzählen und es wird ein fröhliches Miteinander. Wir alle freuen uns auf die nächsten Tage im Feier-Modus am Strand von Goa mit seinen vielen Palmen, gelegen am Arabischen Meer mit seinen sanften Wellen.
Am Ende dieses Tages wird uns bewusst, dass wir Teil eines ganz besonderen Abenteuers sind.
(wird fortgesetzt…)


