
als suchender
eile ich
durch meine welt-räume
nirgendwo
zuhause
dann
findet mich
der geliebte
seine umarmung
wird mir
zuflucht
stille
himmel
svendreiser
18.04.2026

als suchender
eile ich
durch meine welt-räume
nirgendwo
zuhause
dann
findet mich
der geliebte
seine umarmung
wird mir
zuflucht
stille
himmel
svendreiser
18.04.2026

4 | Mittwoch, 21. Januar 2026
Dieser Tag startet nach dem Frühstück mit der traditionellen Haldi-Zeremonie im Garten des Hotels. „Haldi“ ist das Hindi-Wort für Kurkuma, ein zentrales Gewürz in der indischen Küche und Kultur. Deshalb sind wir Gäste auch alle in Gelb gekleidet. So passen wir gut zu diesem sonnigen Tag.
Nachdem Julia und Aashay auf der kleinen Bühne Platz genommen haben, führt ein Moderator durch den ersten Teil der Zeremonie. Es gibt ein paar Spiele, wobei die Gäste des Bräutigams gegen die Gäste der Braut antreten. Aber es ist nicht entscheidend, wer gewinnt. Fröhlicher Spaß und gute Stimmung sind wichtiger.
Dann werden Julia und Aashay mit einer Paste aus Kurkuma, Milch und Sandelholz eingerieben, um sie zu reinigen und zu segnen. Umarmung, Küsschen und die Nächsten sind an der Reihe. Als wir dran sind, streuen wir gelbe Tagetes-Blüten über das Brautpaar.
Bis zur feierlichenen Wedding-Zeremonie bleibt viel Zeit zum Ausruhen und zum Anlegen unserer traditionellen Festgarderobe. Nach dem Gelb des Vormittags wird es jetzt bunt und glitzernd.
Nach traditionellen Hochzeits-Riten vor dem Hotel, bei denen Aashay auch auf einem Pferd reitet, wird Julia von ihrem Papa, ihrem Bruder und einigen Freunden auf die Bühne vor den Meereswellen gebracht. Dazu ein perfekter Sonnenuntergang, der alles in ein bezauberndes Licht taucht.
Nun beginnt die eigentliche Hochzeitszeremonie mit einem Sprechgesang des Priesters, der schließlich das heilige Feuer in einer Schale entzündet. Verschiedene Früchte werden als Opfergaben den Flammen überlassen.
Nach weiteren Gebeten geben sich Julia und Aashay das Eheversprechen und umkreisen mehrmals das Feuer. Hand in Hand. Das Glück wird auf ihren strahlenden Gesichtern sichtbar. Dann werden sie von ihren Eltern gesegnet. Ein besonders ergreifender Moment. Und die Feier geht fröhlich weiter. Wir teilen miteinander die Freude und den Segen dieses besonderen Tages.
Indische Trauungen sind überraschend, laut und farbenbunt. Ein sehr sinnliches Fest. Symbole, Riten und Farben stehen im Mittelpunkt, weniger das gesprochene Wort. Für die Trauung im August in der Eifel werde ich kreativ sein müssen und mehr Raum lassen für Sinnlichkeit und Glanz auf den Gesichtern von Brautpaar und Gästen.
(wird fortgesetzt…)

„Für mich solls rote Rosen regnen“. Das ist wohl das berühmteste Lied von Hildegard Knef, gesungen mit ihrer markanten rauchigen Stimme. Und auch am Rosenmontag am Anfang der neuen Woche wird es wieder unzählige „Strüssjer“ regnen für die Menschen, die am Straßenrand stehen und den Höhepunkt des rheinischen Karnevals feiern. Süßes für die Kinder und Rosen für die Erwachsenen.
Was aber hat die „Königin der Blumen“ mit Karneval zu tun? Die erste, fromme Geschichte dazu lautet so: Ab dem Mittelalter war es Brauch, dass der römische Papst am vierten Sonntag der Fastenzeit eine goldene Rose segnete und sie an Persönlichkeiten verschenkte, die sich in besonderer Weise für die Kirche engagiert haben. Im Jahr 1823 fand dann in Köln am Montag nach dem „Rosensonntag“ die erste Versammlung der Karnevalsgesellschaft statt, um die Feiern des nächsten Jahres zu planen. Später wurde dieses Treffen dann auf den Montag vor dem Aschermittwoch verlegt. Nach einer anderen Geschichte hat der Rosenmontag nichts mit Papst und Rosen zu tun, sondern mit dem rheinischen Dialekt. Wenn an den närrischen Tagen alles aus den Fugen gerät, dann spricht man auch von „Roserei“ – und meint damit „Raserei“. Ein „Rasert“ ist ein ausgelassenes, wild spielendes Kind.
Der Rosenmontag mit seinen vielen Bräuchen stellt für einen Augenblick das Leben auf den Kopf und unterbricht wohltuend unseren vertrauten Alltag: Frieden statt Krieg, Gleichheit statt Ungerechtigkeit, Mut statt Angst, freundlicher Humor statt ernste Grübelei. Die „Raserei“ ist ein friedlich-fröhlicher Protest gegen Diktatoren, Kriegstreiber und Populisten. Und ein bunter Protest für ein Leben mit Liebe und Zuversicht. Ein Leben, in dem viel Halleluja zu finden ist. Oder närrisch gesagt: Alaaf und Olau.
svendreiser | 14.02.2026
(Zuerst veröffentlicht als Web-Andacht auf www.kirchenkreis-koblenz.de
uns als Sonntagsgedanken im Lokalanzeiger für Koblenz)