mutterseelen-allein

der himmel 
ist leer

keiner mehr da
der das böse
stoppen wird

mit den kindern
haben sie auch
gott
aus dem leben vertrieben

glaube und hoffnung
fliehen 

mutterseelen-allein
warte ich
auf einen neuen
morgen


Bild: sebastian del val bei pixabay.de

13.09.2023

In den letzten Tagen fiel es mir schwer, meine Gedanken niederzuschreiben. So vieles hat sich drängend in den Vordergrund geworfen. Da sind die verstörenden Nachrichten und Bilder aus Israel. Das Böse hat ein hässliches Gesicht. Wer kleinen Kindern brutale Gewalt antut, ist ein Un-Mensch! Noch ein weiterer Krieg. Und wieder greift Angst nach mir. In meinen Träumen und Gedanken. Die Depression schleicht sich langsam an mich ran. Müdigkeit lähmt meinen Tag. Mir fehlt der Mut, ganz bewusst andere Gedanken und Gefühle zuzulassen. Selbst zum Beten fehlt mir die Kraft.

Hält G:tt meine Ohnmacht mit aus? Treiben ihn die getöteten Kinder genauso um wie mich und andere Menschen? G:tt, wo bist du? – das ist mein einziges Gebet in diesen unsicheren Zeiten.

***

„Ich glaube, dass fast alle unsere Traurigkeiten Momente der Spannung sind, die wir als Lähmung empfinden, weil wir unsere befremdeten Gefühle nicht mehr leben hören. Weil wir mit dem Fremden, das bei uns eingetreten ist, allein sind, weil uns alles Vertraute und Gewohnte für einen Augenblick fortgenommen ist; weil wir mitten in einem Übergang stehen, wo wir nicht stehen bleiben können.“ — Rainer Maria Rilke, Briefe an einen jungen Dichter

Bild: Bernhard Falkinger bei pixabay.de

wo bist du

meine träume 
halten den atem an

meine augen 
tränenblind

mein stummer schrei
trauert 
um die kleinen

gott 
wo bist du

hoffe mit uns
auf den 
blühenden zweig
des mandelbaums


Bild: Ina Hoekstra bei pixabay.de

im morgengrauen

im morgengrauen
blühen rosen
wie gebete
am milden sternenhimmel 

alpträume fliehen
stille verstummt

frieden 
legt sich
wie ein wohlgeruch
über das land

angst tanzt
mit der hoffnung 
nach den liedern
israels


Bild: Manuel auf pixabay.de