FasteLOVEnd und Rosen

„Für mich solls rote Rosen regnen“. Das ist wohl das berühmteste Lied von Hildegard Knef, gesungen mit ihrer markanten rauchigen Stimme. Und auch am Rosenmontag am Anfang der neuen Woche wird es wieder unzählige „Strüssjer“ regnen für die Menschen, die am Straßenrand stehen und den Höhepunkt des rheinischen Karnevals feiern. Süßes für die Kinder und Rosen für die Erwachsenen.

Was aber hat die „Königin der Blumen“ mit Karneval zu tun? Die erste, fromme Geschichte dazu lautet so: Ab dem Mittelalter war es Brauch, dass der römische Papst am vierten Sonntag der Fastenzeit eine goldene Rose segnete und sie an Persönlichkeiten verschenkte, die sich in besonderer Weise für die Kirche engagiert haben. Im Jahr 1823 fand dann in Köln am Montag nach dem „Rosensonntag“ die erste Versammlung der Karnevalsgesellschaft statt, um die Feiern des nächsten Jahres zu planen. Später wurde dieses Treffen dann auf den Montag vor dem Aschermittwoch verlegt. Nach einer anderen Geschichte hat der Rosenmontag nichts mit Papst und Rosen zu tun, sondern mit dem rheinischen Dialekt. Wenn an den närrischen Tagen alles aus den Fugen gerät, dann spricht man auch von „Roserei“ – und meint damit „Raserei“. Ein „Rasert“ ist ein ausgelassenes, wild spielendes Kind.

Der Rosenmontag mit seinen vielen Bräuchen stellt für einen Augenblick das Leben auf den Kopf und unterbricht wohltuend unseren vertrauten Alltag: Frieden statt Krieg, Gleichheit statt Ungerechtigkeit, Mut statt Angst, freundlicher Humor statt ernste Grübelei. Die „Raserei“ ist ein friedlich-fröhlicher Protest gegen Diktatoren, Kriegstreiber und Populisten. Und ein bunter Protest für ein Leben mit Liebe und Zuversicht. Ein Leben, in dem viel Halleluja zu finden ist. Oder närrisch gesagt: Alaaf und Olau.

svendreiser | 14.02.2026

(Zuerst veröffentlicht als Web-Andacht auf www.kirchenkreis-koblenz.de
uns als Sonntagsgedanken im Lokalanzeiger für Koblenz)