Namaste India – Literarische Reisenotizen (4)

4 | Mittwoch, 21. Januar 2026

Dieser Tag startet nach dem Frühstück mit der traditionellen Haldi-Zeremonie im Garten des Hotels. „Haldi“ ist das Hindi-Wort für Kurkuma, ein zentrales Gewürz in der indischen Küche und Kultur. Deshalb sind wir Gäste auch alle in Gelb gekleidet. So passen wir gut zu diesem sonnigen Tag.

Nachdem Julia und Aashay auf der kleinen Bühne Platz genommen haben, führt ein Moderator durch den ersten Teil der Zeremonie. Es gibt ein paar Spiele, wobei die Gäste des Bräutigams gegen die Gäste der Braut antreten. Aber es ist nicht entscheidend, wer gewinnt. Fröhlicher Spaß und gute Stimmung sind wichtiger.

Dann werden Julia und Aashay mit einer Paste aus Kurkuma, Milch und Sandelholz eingerieben, um sie zu reinigen und zu segnen. Umarmung, Küsschen und die Nächsten sind an der Reihe. Als wir dran sind, streuen wir gelbe Tagetes-Blüten über das Brautpaar.

Bis zur feierlichenen Wedding-Zeremonie bleibt viel Zeit zum Ausruhen und zum Anlegen unserer traditionellen Festgarderobe. Nach dem Gelb des Vormittags wird es jetzt bunt und glitzernd.

Nach traditionellen Hochzeits-Riten vor dem Hotel, bei denen Aashay auch auf einem Pferd reitet, wird Julia von ihrem Papa, ihrem Bruder und einigen Freunden auf die Bühne vor den Meereswellen gebracht. Dazu ein perfekter Sonnenuntergang, der alles in ein bezauberndes Licht taucht.

Nun beginnt die eigentliche Hochzeitszeremonie mit einem Sprechgesang des Priesters, der schließlich das heilige Feuer in einer Schale entzündet. Verschiedene Früchte werden als Opfergaben den Flammen überlassen.
Nach weiteren Gebeten geben sich Julia und Aashay das Eheversprechen und umkreisen mehrmals das Feuer. Hand in Hand. Das Glück wird auf ihren strahlenden Gesichtern sichtbar. Dann werden sie von ihren Eltern gesegnet. Ein besonders ergreifender Moment. Und die Feier geht fröhlich weiter. Wir teilen miteinander die Freude und den Segen dieses besonderen Tages.

Indische Trauungen sind überraschend, laut und farbenbunt. Ein sehr sinnliches Fest. Symbole, Riten und Farben stehen im Mittelpunkt, weniger das gesprochene Wort. Für die Trauung im August in der Eifel werde ich kreativ sein müssen und mehr Raum lassen für Sinnlichkeit und Glanz auf den Gesichtern von Brautpaar und Gästen.

(wird fortgesetzt…)